Kurz gesagt
- Pump-and-Dump ist eine Betrugsmasche aus dem Aktien- und Kryptohandel.
- Der Kurs wird künstlich in die Höhe getrieben, um neue Käufer anzulocken.
- Die Drahtzieher verkaufen dann teuer, und der Kurs bricht ein – zulasten der späten Käufer.
Was ist Pump-and-Dump?
«Pump» heisst aufpumpen, «Dump» abladen. Die Masche stammt aus dem Handel mit Aktien und Wertpapieren und ist in den letzten Jahren bei Kryptowährungen besonders verbreitet. Viele dieser Aktionen werden im Voraus geplant und sogar offen in Chatgruppen oder sozialen Medien angekündigt. Wer neu ist und davon nichts weiss, wird zum Opfer.
Begünstigt wird das durch die schwache Regulierung vieler Kryptowährungen und durch kleine, abgeschlossene Gemeinschaften, in denen sich Gerüchte schnell verbreiten.
So funktioniert es
- Einkaufen: Die Drahtzieher kaufen eine kleine, wenig bekannte Kryptowährung günstig ein.
- Aufpumpen: Mit falschen, irreführenden oder übertriebenen Behauptungen treiben sie den Kurs hoch: eine angebliche Partnerschaft, eine bevorstehende Notierung an einer grossen Börse, ein «revolutionäres» Projekt. Influencer werden dafür bezahlt, die Münze zu empfehlen.
- Abladen: Sobald genug neue Käufer eingestiegen sind und der Kurs hoch genug ist, verkaufen die Drahtzieher alles.
- Absturz: Ohne die künstliche Nachfrage bricht der Kurs ein, oft innert Minuten. Wer spät eingestiegen ist, verliert einen grossen Teil seines Geldes.
Besonders anfällig sind sehr kleine Kryptowährungen, sogenannte Microcaps:
- Es gibt kaum verlässliche Informationen. Behauptungen lassen sich leicht verbreiten und schwer überprüfen.
- Es wird wenig gehandelt. Schon kleine Käufe oder Verkäufe bewegen den Kurs stark, weil das Orderbuch dünn ist.
Ist das erlaubt?
An regulierten Wertpapiermärkten ist Kursmanipulation verboten. In der Schweiz ist sie im Finanzmarktinfrastrukturgesetz unter Strafe gestellt, und die FINMA verfolgt Marktmissbrauch. Viele Kryptowährungen gelten aber nicht als Wertpapiere, und viele Handelsplätze sitzen im Ausland, wo sie kaum kontrolliert werden. Wer bei einer Pump-and-Dump-Aktion Geld verliert, kann es deshalb selten zurückholen. Vorsicht ist also oberstes Gebot.
Ein bekanntes Beispiel
Ende 2017, auf dem Höhepunkt eines Krypto-Booms, liess sich der britisch-amerikanische Unternehmer John McAfee – bekannt als Entwickler einer verbreiteten Antivirensoftware – von kleinen, unbekannten Projekten bezahlen, um deren Münzen seinen Hunderttausenden Followern auf Twitter zu empfehlen. Er pries sie als «das nächste grosse Ding» oder als «Bitcoin-Killer» an und gab direkte Kaufempfehlungen. Die Projekte und McAfee selbst hatten sich vorher günstig eingedeckt und konnten während des Hypes verkaufen. Die Münzen waren im Grunde wertlos. 2021 erhoben die amerikanischen Behörden Anklage gegen ihn, unter anderem wegen solcher Machenschaften.
Das Warnsignal: FOMO
Besonders anfällig sind Einsteigerinnen und Einsteiger für FOMO, die «Fear of Missing Out» – die Angst, etwas zu verpassen. Steigt eine Münze innert kürzester Zeit um 100 Prozent oder mehr, ist die Versuchung gross, schnell noch aufzuspringen. Doch gerade solche Anstiege werden oft von einem schnellen Absturz gefolgt. Wer in diesem Moment kauft, liegt meist falsch.
Weitere Warnzeichen:
- Jemand drängt zur Eile: «Nur heute», «bevor es alle merken».
- Die Münze wird vor allem von bezahlten Influencern oder anonymen Konten beworben.
- Über das Projekt gibt es kaum überprüfbare Informationen, das Team ist unbekannt.
- Der Handel ist dünn, nur wenige Börsen führen die Münze.
- Es wird mit Vergleichen zu Bitcoin geworben, etwa «die nächste Bitcoin für einen Bruchteil des Preises».
So schützt du dich
- Sei misstrauisch bei plötzlichen, extremen Kurssprüngen.
- Prüfe Handelsvolumen und Informationen zum Projekt, bevor du investierst.
- Frag erfahrene Leute um Rat, etwa an einem Bitcoin-Treffen oder in einem seriösen Forum.
- Am einfachsten: Bleib bei Bitcoin. Sein Markt ist so gross und tief, dass ein Pump-and-Dump praktisch unmöglich ist.
Weitere typische Fehler, die Einsteiger Geld kosten, findest du in Fünf Fehler, die Einsteiger teuer zu stehen kommen.