Real Madrid beendet nach Berichten mehrerer Medien seinen Boykott des Ballon d’Or. Die französische Sportzeitung L’Équipe meldete am Morgen des 22.10.2026, der Klub werde an der Verleihung am Montag, 26.10.2026, in London teilnehmen. Laut Meridiano, das L’Équipe zitiert, heisst es dort: «Der Boykott ist vorbei» (übersetzt aus dem Spanischen); alle Spieler hätten die Erlaubnis zur Reise erhalten. Eine offizielle Mitteilung von Real Madrid liegt in den abgerufenen Quellen nicht vor.
Was berichtet wird
Die Meldung von L’Équipe wurde unter anderem von Excélsior, El Desmarque, Meridiano und Diez aufgenommen. Laut El Desmarque sollen mehrere Spieler des Klubs nach London reisen, ohne dass Namen genannt werden. OKDiario und Diez schreiben, Kylian Mbappé werde die Delegation anführen. Ob Marca, AS oder COPE die Meldung bestätigen, geht aus den abgerufenen Seiten nicht hervor. Bernabéu Digital beruft sich zusätzlich auf den Journalisten Guillermo Rai: Der Trainerstab unterstütze Mbappés Kandidatur öffentlich wie intern, und der Klub sehe in Jude Bellingham einen künftigen Hauptkandidaten. Ebenfalls dort genannte Gerüchte über den Ausgang der Wahl sind unbestätigt.
Die Gala
Die Verleihung findet erstmals in London statt, laut OKDiario im London Palladium, und damit nicht am traditionellen Austragungsort Paris. Sie folgt einen Tag auf den Clásico im Camp Nou vom Sonntag, 25.10.2026, um 21:00 Uhr. Auf das Resultat der Wahl hat das Spiel keinen Einfluss, die Abstimmung ist laut Diez und OKDiario bereits abgeschlossen.
Vorgeschichte: zwei Jahre Boykott
2024 hatte Real Madrid die bereits geplante Reise nach Paris kurzfristig abgesagt. Der Klub ging davon aus, dass Vinícius Júnior gewinnen würde, erfuhr laut El Desmarque aber noch vor dem Abflug, dass Rodri Hernández ausgezeichnet wird. Klub und Spieler fühlten sich von den Organisatoren respektlos behandelt. Excélsior zufolge hatte Fabrizio Romano Rodris Sieg Stunden vor der Gala gemeldet. Auch 2025, als Ousmane Dembélé gewann, war Real Madrid nicht vertreten; Diez verweist dabei auch auf das Ligaspiel gegen Levante am folgenden Tag. Als ersten Schritt der Annäherung wertet El Gol Digital, dass der Klub seinen Nominierten am 08.09.2026 öffentlich gratuliert hatte. Laut diesem Bericht wäre es die erste Teilnahme seit 2023.
Die Nominierten von Real Madrid
Unter den 30 Nominierten der Männer stehen Kylian Mbappé, Vinícius Júnior, Jude Bellingham und Marc Cucurella, der im Sommer von Chelsea kam und damit in der bewerteten Saison noch nicht für Real Madrid spielte. Thibaut Courtois ist laut El Desmarque für die Auszeichnung als bester Torhüter nominiert, Yan Diomande für die Auszeichnung als bester junger Spieler. Bei den Frauen sind Caroline Weir und, als beste junge Spielerin, Felicia Schröder nominiert.
Mbappés Kandidatur
Mbappé hatte in Interviews zuletzt offen für sich geworben. Seine Argumente sind laut El Desmarque vor allem die 41 Tore für Real Madrid und zehn Treffer an der WM 2026. Titel gewann er in der Saison weder mit dem Klub noch mit Frankreich, das das Spiel um Platz drei gegen England verlor. Als Hauptkonkurrenten gelten in den abgerufenen Berichten Harry Kane, Torschützenkönig mit Bayern München, und Lamine Yamal, Weltmeister mit Spanien. Barcelonas Fermín López sagte am Freitag laut Europa Press, Yamal verdiene die Auszeichnung.




