Kylian Mbappé hat am Tag nach der Ballon-d’Or-Gala mehrere Werbepartner in China verloren. Der Getränkehersteller Dongpeng und der Milchkonzern Mengniu gaben am 27.10.2026 das sofortige Ende ihrer Zusammenarbeit bekannt, wie die Nachrichtenagentur AFP über Gulf News und der australische Sender ABC berichten. Auslöser ist ein Video, in dem sich Mbappé über ein Internet-Meme mit Bezug zu Mao Zedong äussert.
Was im Video zu sehen ist
Das Video stammt laut ABC offenbar aus einem Interview hinter den Kulissen mit der französischsprachigen Sendung The Bridge, aufgenommen früher im Jahr 2026. Darin spricht Mbappé über ein Meme, also ein im Internet verbreitetes Scherzbild, das sein Gesicht auf den Körper Mao Zedongs montiert. Er sagt sinngemäss, dieses Bild habe ihn am meisten zum Lachen gebracht, es zeige einen Mann, den er für einen chinesischen Diktator halte, und er verwende es oft mit Freunden. Weder ABC noch der Faktencheck der AFP konnten die Echtheit des Videos bis zum Zeitpunkt ihrer Berichte bestätigen. The Bridge soll den Ausschnitt laut ABC von seinen Kanälen entfernt haben; auf anderen Plattformen ist er weiter abrufbar.
Die Sponsoren
Dongpeng hatte Mbappé laut ABC im April vor der WM zum Markenbotschafter für ein Elektrolytgetränk ernannt. Das Unternehmen erklärte, es lehne jedes Verhalten ab, das nationale Gefühle verletze, und habe dafür «null Toleranz» (übersetzt aus dem Englischen). Mengniu veröffentlichte laut Gulf News eine ähnliche Mitteilung. ABC nennt mit dem Milchhersteller Milkground ein drittes Unternehmen, das die Partnerschaft beendet habe, und spricht von mindestens drei Firmen. Finanzielle Angaben zu den Verträgen nennt keine der Quellen.
Reaktionen in China
Die Ankündigung von Dongpeng stand laut ABC an der Spitze der Trendliste der Plattform Weibo; die zugehörige Themenseite verzeichnete fast 400 Millionen Aufrufe. Der Sprecher des chinesischen Aussenministeriums, Guo Jiakun, sagte laut ABC, Mbappés Äusserungen hätten die Gefühle der Chinesen verletzt. Die Sportplattform Dongqiudi kündigte an, seine Aussagen nicht zu übersetzen. Laut Gulf News forderten Nutzer, sein Bild von Produkten zu entfernen. In China war Mbappé bisher populär und wird dort laut AFP wegen eines anderen Memes «Guigui» genannt, was Schildkröte bedeutet.
Frühere Äusserungen
Mbappé hatte sich laut Gulf News im September in L’Équipe zu solchen Diktator-Memes geäussert und gesagt, Vergleiche mit Personen, die für grosses Leid verantwortlich seien, finde er nicht lustig. ABC verweist zusätzlich auf ein Interview mit France Football im September, in dem er KI-generierte Memes dieser Art teilweise witzig fand, Vergleiche mit historischen Figuren aber ablehnte.
Stellungnahmen
Mbappé hat sich bis zum Abschluss dieses Artikels nicht öffentlich zum Video oder zum Ende der Partnerschaften geäussert. ABC hat nach eigenen Angaben seine Vertreter und Real Madrid um eine Stellungnahme gebeten und keine Antwort erhalten. Die Meldung erreichte Mbappé einen Tag nachdem er in London im Ballon d’Or hinter Harry Kane Zweiter geworden war. Sportlich steht für ihn am Sonntag, 01.11., das LaLiga-Spiel bei Racing Santander an.



