Worum geht es?
Neue Bitcoin müssen irgendwie in Umlauf kommen – und zwar ohne eine zentrale Stelle, die sie verteilt. Der Mechanismus dafür muss fair und für alle überprüfbar sein. Bei Bitcoin übernimmt das das Mining: Wer das Netzwerk mit Rechenleistung sichert, erhält dafür eine Belohnung aus Gebühren und neu geschaffenen Bitcoin.
Weil die Gesamtmenge auf knapp 21 Millionen Bitcoin begrenzt ist, muss dieser Mechanismus sich selbst nach und nach abschaffen. Genau dafür gibt es das Halving.
Was ist ein Halving?
Der Miner, der einen neuen Block findet, darf sich darin eine Belohnung auszahlen. Ein Teil davon ist die sogenannte Block Subsidy: die neu geschaffenen Bitcoin, die als Anreiz zum Mining dienen. Sie ist die einzige Quelle neuer Bitcoin. Wie hoch sie sein darf, legen feste Regeln fest: Anfangs waren es 50 Bitcoin pro Block.
Alle 210'000 Blöcke halbiert sich dieser Betrag – das ist das Halving. Weil im Schnitt etwa alle zehn Minuten ein Block entsteht, geschieht das ungefähr alle vier Jahre.
Die bisherigen Halvings
| Datum | Block | Neue Bitcoin pro Block |
|---|---|---|
| 03.01.2009 (Start) | 0 | 50 |
| 28.11.2012 | 210'000 | 25 |
| 09.07.2016 | 420'000 | 12,5 |
| 11.05.2020 | 630'000 | 6,25 |
| 20.04.2024 | 840'000 | 3,125 |
| voraussichtlich 2028 | 1'050'000 | 1,5625 |
Wie viele Blöcke es noch bis zum nächsten Halving sind, zeigt dir meine Bitcoin-Seite laufend an.
Niemand muss es ankündigen
Das Halving ist fest im Bitcoin-Programm verankert. Jeder Knoten im Netzwerk prüft und setzt es durch. Zahlt sich ein Miner mehr aus, als ihm zusteht, ist sein Block ungültig und wird vom Netzwerk abgelehnt – die ganze Arbeit war umsonst. Es gibt keine Stelle, die ein Halving ankündigen oder verschieben könnte. Die Geldpolitik von Bitcoin steht im Code, und jede und jeder kann sie überprüfen. Das ist ein grosser Unterschied zu staatlichem Geld, bei dem eine Notenbank über die Geldmenge entscheidet.
Was ein Halving bewirkt
Für die Miner halbieren sich mit jedem Halving auf einen Schlag die Einnahmen aus neuen Bitcoin. Geräte, die nur knapp rentabel waren, werden danach oft abgeschaltet, bis sich die Schwierigkeit anpasst. Für alle anderen bedeutet es: Es kommen weniger neue Bitcoin auf den Markt. Ob und wie stark sich das auf den Kurs auswirkt, ist umstritten. In der Vergangenheit folgten auf Halvings oft starke Anstiege, eine Garantie dafür gibt es aber nicht – das Halving ist seit Jahren bekannt und im Markt längst eingepreist, sagen die einen; das sinkende Angebot wirke trotzdem, sagen die anderen.
Immer langsamer – bis zum Stillstand
Weil sich die Belohnung immer wieder halbiert, wächst die Gesamtmenge immer langsamer. Man kann sich das wie ein Auto vorstellen, das seine Geschwindigkeit regelmässig halbiert: Theoretisch fährt es ewig weiter, praktisch kommt es irgendwann zum Stehen.
Bei Bitcoin ist das genauso, weil sich ein Bitcoin nur in 100 Millionen Satoshi teilen lässt und Computer nicht beliebig fein rechnen. Nach dem 32. Halving beträgt die Belohnung noch einen einzigen Satoshi pro Block, mit dem 33. fällt sie auf null. Das wird voraussichtlich um das Jahr 2140 der Fall sein. Dann kommt der letzte Bruchteil eines Bitcoins in Umlauf, und es entstehen keine neuen mehr. Die Miner leben ab dann nur noch von den Gebühren.
Warum am Ende nicht genau 21 Millionen Bitcoin herauskommen, erkläre ich in Warum gibt es 21 Millionen Bitcoin?