Das Comité de Apelación, das Berufungskomitee des spanischen Verbands RFEF, hat am 16.10.2026 die Berufung von Real Madrid gegen die Sperre von Vinícius Júnior vollständig abgewiesen. Damit bleibt es bei vier Spielen Sperre in LaLiga nach der Roten Karte gegen Villarreal. Der Brasilianer fehlt gegen Sevilla, im Clásico in Barcelona, bei Racing Santander und in Valencia.
Die Begründung
Laut der Agentur EFE, deren Meldung beIN Sports wiedergibt, setzt sich die Sperre aus zwei Teilen zusammen: zwei Spiele für das Ziehen an den Haaren von Nathan Saliba bei laufendem Spiel und ohne Kampf um den Ball, gestützt auf Artikel 130.2 des Disziplinarreglements, und zwei Spiele wegen des Verhaltens gegenüber Schiedsrichter Isidro Díaz nach dem Platzverweis, gestützt auf Artikel 127. Dazu kommen Geldstrafen von je € 1’300.
Real Madrid hatte argumentiert, der Spielbericht sei fehlerhaft, die Bilder zeigten nur einen zufälligen Kontakt im Gerangel, und der Schiedsrichter habe keine konkrete Äusserung genannt. Hilfsweise beantragte der Klub, das Vergehen milder einzustufen und den Protest nur mit einer Verwarnung zu ahnden. Das Komitee hielt dagegen, die Bilder zeigten das Haareziehen deutlich. Der Protest sei auch ohne überlieferte Worte erwiesen: Massgebend seien das Schreien, das aggressive Zugehen auf den Schiedsrichter und dass Mitspieler Vinícius zurückhalten mussten.
Die verpassten Spiele
Laut El Debate und Récord verpasst Vinícius die Spiele gegen Sevilla (18.10.), beim FC Barcelona (25.10.), bei Racing Santander (01.11.) und in Valencia (07.11.). In LaLiga ist er demnach erst nach der Länderspielpause am Wochenende vom 21./22.11. gegen Celta wieder spielberechtigt. In der Champions League gilt die Sperre nicht.
Nächster Schritt: das TAD
Laut Récord und Madrid Universal will Real Madrid den Fall vor das Tribunal Administrativo del Deporte (TAD) ziehen. Das TAD ist das staatliche Verwaltungsgericht für Sportsachen in Spanien; es ist dem Consejo Superior de Deportes angegliedert, entscheidet aber unabhängig. Eine Bestätigung des Klubs zu diesem Schritt lag in den abgerufenen Quellen nicht vor; Fristen und Erfolgsaussichten nennen die Berichte nicht.
Mourinho: «Ich dachte, sie geben ihm mehr»
An der Pressekonferenz vom 17.10. kommentierte José Mourinho die Sperre ironisch. Laut EFE/Infobae sagte er: «Ich bin sehr zufrieden, weil ich dachte, sie geben ihm mehr» (übersetzt aus dem Spanischen). Er habe erwartet, dass versteckte Akteure nach der Berufung noch nachlegen würden. Vinícius‘ Zukunft bestehe darin, mehr zu arbeiten als jene, die jedes Spiel bestreiten müssen; er gehe davon aus, dass der Brasilianer am Mittwoch in der Startelf stehe. Am 21.10. empfängt Real Madrid in der Champions League RB Leipzig.
Mourinho bezeichnete Vinícius als einen der fröhlichsten und empathischsten Spieler der Kabine, mit dem man leicht eine gute Beziehung habe. An seiner Stelle wäre er wohl nicht mehr hier, sagte der Trainer; Vinícius sei aus Verbundenheit mit Klub und Stadt geblieben und habe deshalb verlängert. Laut OKDiario fügte Mourinho hinzu, er hätte an seiner Stelle einen Wechsel in ein Land erzwungen, in dem man ihn respektiere.
Vinícius selbst
Vinícius hatte sich nach dem 4:3 in Rom überrascht gezeigt. Laut El Debate sagte er, er erinnere sich an keinen Spieler mit vier Spielen Sperre und habe den Schiedsrichter nicht beleidigt. Die Auswechslung habe ihn geärgert, er akzeptiere sie aber als Entscheid des Trainers.


