Reinier Jesus blickt ernüchtert auf seine Jahre bei Real Madrid zurück. In einem Interview mit AS, das Sports Mole und Madrid Universal am 17.10.2026 wiedergeben, sagt der Brasilianer, die Zeit sei ganz anders verlaufen als erhofft. Eine Rückkehr nach Spanien schliesst der heutige Spieler von Atlético Mineiro aber nicht aus.
Fünf Jahre ohne Profi-Einsatz
Reinier war im Januar 2020 als 18-Jähriger von Flamengo zu Real Madrid gewechselt. Sports Mole beziffert die Ablöse auf rund € 30 Mio. Mit Flamengo hatte er 2019 die Copa Libertadores gewonnen. In Madrid spielte er zunächst für Castilla, ein Pflichtspiel für die erste Mannschaft bestritt er nie. Es folgten Leihen zu Borussia Dortmund, ab August 2020 für zwei Jahre, sowie zu Girona, Frosinone und Granada. Im August 2025 wechselte er ablösefrei zu Atlético Mineiro.
«Nicht, was ich erwartet hatte»
Seine Zeit bei Real Madrid sei laut Sports Mole «überhaupt nicht das gewesen, was ich erwartet hatte» (übersetzt aus dem Englischen, nach AS). Er sei aber in jeder Hinsicht stark gereift. In Europa habe er schwierige Situationen erlebt, auf Einzelheiten wollte er nicht eingehen. Grosse Reue empfinde er nicht. Am meisten bedauere er, nie eine ganze Saison mit der ersten Mannschaft gespielt zu haben; das sei für seinen Werdegang in Spanien entscheidend gewesen.
Raúl, Zidane, Ancelotti
Laut Madrid Universal hatte Reinier in Madrid den engsten Kontakt zu Raúl, der ihm in der Nachwuchsabteilung viel beigebracht habe. Zinédine Zidane habe seinen Stil gemocht, doch weil er während Zidanes Amtszeit an Dortmund ausgeliehen war, hätten sie kaum zusammengearbeitet. Mit Carlo Ancelotti habe er wenig zu tun gehabt; der Italiener sei stets respektvoll gewesen, und er hätte gern unter ihm gespielt. Am nächsten standen ihm die brasilianischen Spieler, zu allen anderen habe er ein ausgezeichnetes Verhältnis gehabt. An Valdebebas habe er viele schöne Erinnerungen.
Unterstützung für Vinícius
Vinícius Júnior bezeichnete Reinier als engen Freund. Er zähle wie Raphinha zu den besten Spielern der Welt und habe das in Madrid seit Jahren bewiesen. Für die aktuell schwierige Phase – Vinícius ist in LaLiga für vier Spiele gesperrt – sprach er ihm laut Madrid Universal seine Unterstützung aus.
Rückkehr? «Warum nicht»
Auf die Frage nach einer Rückkehr zu Real Madrid antwortete Reinier laut Sports Mole sinngemäss: warum nicht – aber jetzt sei nicht der richtige Zeitpunkt. Er konzentriere sich ganz auf Atlético Mineiro, das an ihn geglaubt und sich sehr um ihn bemüht habe; dieses Vertrauen wolle er zurückzahlen. In der Saison 2026 kommt Reinier laut Sports Mole auf zehn Tore und vier Vorlagen in 41 Spielen. Auch die Tagesübersicht von LiveScore greift das Interview auf.
