Real Madrid hat den Clásico am 25.10.2026 mit 2:1 gewonnen, die Diskussion über die Schiedsrichterleistung geht trotzdem weiter. José Mourinho kritisierte nach dem Spiel den Videoassistenten: In der 60. Minute habe der VAR bei einem Tritt von João Cancelo gegen Yan Diomande nicht eingegriffen, obwohl das eine klare Rote Karte gewesen sei. Vor dem Spiel hatte der Klubsender Real Madrid TV bereits über die Schiedsrichter des Clásico gestritten.
Die Szene und Mourinhos Kritik
Cancelo trat Diomande kurz vor Barcelonas Ausgleich von hinten mit den Stollen auf die Wade. Diomande musste laut der Klubchronik rund eine Minute am Spielfeldrand behandelt werden. Schiedsrichter Juan Martínez Munuera zeigte keine Karte, VAR Javier Iglesias Villanueva rief ihn nicht an den Bildschirm. «Der VAR schlief», sagte Mourinho laut OKDiario an der Pressekonferenz (übersetzt aus dem Spanischen). Laut der Zusammenfassung auf realmadrid.com sprach er von einer klaren Roten Karte, die das Spiel erheblich hätte verändern können. Den Schiedsrichter selbst nahm er aus: Martínez Munuera habe ein sehr gutes Spiel gemacht.
Der Klubsender legt nach
Bei Real Madrid TV ging der Journalist Jesús Alcaide weiter. Laut Defensa Central sagte er, Schiedsrichter und VAR hätten Real Madrid trotz des Sieges benachteiligt. Neben Rot für Cancelo hätte der Schiedsrichter auch ein Handspiel im Barcelona-Strafraum am Bildschirm prüfen müssen. Er verwies auf ein Tor von Betis in der Vorwoche, bei dem ein Handspiel überprüft und geahndet worden war. Laut Libertad Digital ist auch die Klubführung über die Arbeit des VAR verärgert; eine offizielle Stellungnahme des Klubs liegt nicht vor.
Was die Experten sagen
Claro Sports hat die strittigen Szenen mit den Einschätzungen mehrerer Fachleute zusammengetragen. Beim Tritt von Cancelo sah «Mundo Deportivo» Elemente für eine Rote Karte. Der frühere Schiedsrichter Eduardo Iturralde González und das Portal Archivo VAR hielten dagegen eine Gelbe Karte für angemessen, also eine Verwarnung statt eines Platzverweises. Beim Handspiel von Alejandro Balde in der 69. Minute, das Mbappé reklamiert hatte, hielten Iturralde González und Archivo VAR das Weiterspielen für richtig, weil der Kontakt unabsichtlich gewesen sei. Keinen Penalty gab es auch bei einem Zweikampf von Gerard Martín mit Jude Bellingham in der 78. Minute; «Mundo Deportivo» stufte den Kontakt als regelkonform ein.
Die Beschwerden aus Barcelona
Auch Barcelona fühlte sich benachteiligt. Laut Claro Sports blieben in der ersten Halbzeit drei Fouls von Marc Cucurella an Lamine Yamal ohne Karte. In der Nachspielzeit liess Martínez Munuera nach einem Foul von Eduardo Camavinga an Rodri Vorteil laufen und zeigte danach keine Karte; Archivo VAR hält eine Gelbe Karte für richtig, «Mundo Deportivo» fragte, ob der VAR einen Platzverweis hätte prüfen müssen. Libertad Digital berichtet ebenfalls von Barcelonas Klagen über den Kartenmassstab. Insgesamt zeigte der Schiedsrichter laut FotMob sechs Gelbe Karten, je drei pro Team, und keine Rote.
Wie es weitergeht
Eine Stellungnahme des spanischen Schiedsrichterkomitees zu den Szenen liegt bisher nicht vor. Sportlich hat der Streit keine Folgen mehr für das Resultat: Real Madrid liegt nach dem Sieg drei Punkte hinter Barcelona und spielt am Sonntag, 01.11., um 16:15 Uhr bei Racing Santander.





