José Mourinho hat am Samstagvormittag, 24.10.2026, in Valdebebas die letzte Pressekonferenz vor dem ersten Clásico der Saison gegeben. Real Madrid spielt am Sonntag, 25.10.2026, um 21:00 Uhr im Spotify Camp Nou beim FC Barcelona (10. Spieltag LaLiga). Auf die Frage, ob das Spiel zeige, ob seine Mannschaft Titel gewinnen könne, antwortete der Trainer laut der Mitschrift von realmadrid.com knapp: «Real Madrid mit Mourinho gewinnt Titel» (übersetzt aus dem Spanischen). Die Startelf sei bereits festgelegt, verraten wollte er weder Aufstellung noch System.
Ausgangslage in der Tabelle
Barcelona führt die Liga nach neun Spieltagen mit 27 Punkten an, dahinter folgen Atlético de Madrid mit 22 und Real Madrid mit 21 Punkten, wie die Nachrichtenagentur EFE festhält. Eine Niederlage würde den Rückstand auf die Katalanen auf neun Punkte anwachsen lassen. Zudem hat Real Madrid seit dem 28.10.2023 nicht mehr in Barcelona gewonnen; damals drehte die Mannschaft am 11. Spieltag einen Rückstand nach dem Tor von Ilkay Gündoğan mit zwei Treffern von Jude Bellingham in ein 2:1.
Wer fehlt
Laut dem EFE-Trainingsbericht vom Freitag trainierten am 23.10. alle Spieler ausser den verletzten Raúl Asencio und Rodrygo, die weiter an ihrer Rückkehr arbeiten. Die Startspieler des 4:1 gegen RB Leipzig vom Mittwoch absolvierten ein Regenerationsprogramm, die übrigen Spieler übten Abschlüsse, taktische Abläufe und Spielformen auf engem Raum. Sicher nicht dabei ist Vinícius Júnior: Er sitzt nach seiner Roten Karte gegen Villarreal die in der Liga verhängte Sperre von vier Spielen ab, nachdem der Einspruch des Klubs abgewiesen worden war. Die Abschlusseinheit fand am Samstag ab 10:30 Uhr statt, eine halbe Stunde nach Beginn der Pressekonferenz.
Mourinho über Form und Verantwortung
Mourinho sprach von einer guten Phase seiner Mannschaft, die gewinne, gut spiele und Tore schiesse. Für einen Clásico zähle die aktuelle Form aber wenig; auch eine 1:4-Niederlage statt eines Sieges gegen Leipzig hätte an seiner Haltung vor diesem Spiel nichts geändert. Ebenso wenig glaube er, dass Barcelonas Niederlage gegen Paris Saint-Germain das Selbstvertrauen des Gegners beschädige. Spiele würden von den Spielern gewonnen und von den Trainern verloren, sagte er: Lob gebühre bei Erfolgen den Spielern, Kritik bei schwachen Leistungen ihm selbst. Die besondere Bedeutung des Spiels liege in seiner weltweiten Ausstrahlung, das Duell sei einzigartig und verdiene es, zweimal pro Saison stattzufinden.
Kritik an seiner Mannschaft und Lob für Barcelona liessen ihn kalt. Wer vor dem Spiel mit einem Kantersieg Barcelonas gerechnet habe, denke vermutlich noch immer so, einiges an Anerkennung für den Gegner sei aber verdient. Real Madrid sei kein fertiges Produkt, sondern ein begonnenes: Nach rund drei Monaten Zusammenarbeit, abzüglich Vorbereitung mit gestaffelter Rückkehr der WM-Teilnehmer und Länderspielpausen, komme er auf etwa sechs bis acht Wochen echter Trainingsarbeit. Ein Vergleich mit einem Team, das seit zwei, drei Jahren zusammenspiele, sei deshalb unfair.
Schiedsrichter und Fermín
Erstaunt zeigte sich Mourinho über die Frage nach dem Schiedsrichter. Der Name störe ihn nicht, er gehe davon aus, dass alle Unparteiischen gut seien. Laut OKDiario sagte er, ihn störe es ein wenig, «wenn die Regeln gebrochen werden» (übersetzt aus dem Spanischen); nach internen Informationen sei das bisher nicht geschehen. Seit Wochen kursierten Namen, ihm habe aber niemand im Klub mitgeteilt, wer pfeife. Offiziell gibt der Spanische Fussballverband (RFEF) den Schiedsrichter nach seiner neuen Regel erst 24 Stunden vor dem Anpfiff bekannt, also am Samstagabend, wie El Gol Digital berichtete. In den Medien waren zuvor Juan Martínez Munuera und Alejandro Hernández Hernández genannt worden.
Barcelonas Fermín López hatte am Freitag gegenüber TVE gesagt, die Debatte von Real Madrid über die Schiedsrichter ermüde ein wenig; Barcelona lasse sich auf solche Polemiken nicht ein. Mourinho entgegnete, Real Madrid ermüdeten andere Dinge, die weiterhin geschähen, und Fermín ermüde eben die Rede von Real Madrid. So sei es nun einmal. Fermín hatte laut Europa Press zudem Thibaut Courtois und Kylian Mbappé gelobt, die Barcelona als Mannschaft kontrollieren müsse.
Lamine Yamal, Flick und das Camp Nou
Auf Lamine Yamal angesprochen, sagte Mourinho, Barcelona habe lauter sehr gute Spieler. Grossen Spielern begegne man mit Respekt, er werde deshalb aber weder Plan noch Struktur noch die eigene Identität aufgeben. Hansi Flick bezeichnete er als grossen Trainer, der ausgezeichnete Arbeit leiste; mehr wolle er zum gegnerischen Trainer nicht sagen. Das Camp Nou sei für ihn ein Stadion wie jedes andere, der Unterschied liege allein in der Qualität des Gegners. Aberglauben habe er nicht, auch nicht beim Bart, scherzte er. Nach einer Schwäche Barcelonas gefragt, antwortete er dem Journalisten laut EFE sinngemäss, dieser sei schlau, er selbst aber nicht dumm.
Das Programm
Nach dem Clásico am Sonntag um 21:00 Uhr steht am Montag, 26.10.2026, in London die Verleihung des Ballon d’Or an, zu der Real Madrid nach Medienberichten erstmals seit 2023 wieder eine Delegation schickt. Der Oktober-Spielplan des Klubs weist den Clásico als letztes Spiel des Monats aus.
