Real Madrid · 30.10.2026

Mossos identifizieren Camavinga-Angreifer, Barça sperrt die Grada Gol 1957

Die katalanische Polizei hat den Fan identifiziert, der Eduardo Camavinga im Clásico mit einer Fahne schlug. Barcelona schliesst die Fantribüne für das Spiel gegen Alavés.

Eduardo Camavinga im weissen Heimtrikot von Real Madrid am Ball

Der Barcelona-Anhänger, der Eduardo Camavinga im Clásico mit einer Fahne geschlagen hat, ist identifiziert. Die katalanische Regionalpolizei Mossos d’Esquadra hat ihn ermittelt und eine Anzeige nach dem Sportgesetz erstattet, wie Libertad Digital und Defensa Central am Donnerstag, 29.10.2026, berichteten. Der FC Barcelona reagierte am selben Tag mit der Schliessung seiner Fantribüne Grada d’Animació Gol 1957 für das nächste Heimspiel.

Bisheriger Stand: LaLiga hatte in ihrem Bericht zum 2:1-Sieg von Real Madrid im Camp Nou 17 Vorfälle aufgeführt, darunter den Schlag gegen Camavinga.

Socio aus der Animationsgruppe

Beim Täter handelt es sich laut den Berichten um ein Vereinsmitglied (Socio) aus einer Animationsgruppe der Tribüne Gol 1957; sein Name wurde nicht veröffentlicht. Bei der Identifizierung halfen die Sicherheitsdienste des FC Barcelona mit den Aufnahmen der Stadionkameras. Der Vorfall ereignete sich in der 87. Minute im Bereich der Sektoren 23 und 24 der Südkurve, als die Madrilenen ihr zweites Tor feierten. Im Bericht von LaLiga heisst es, der Mann habe den Gastspieler Camavinga mit einer Fahne getroffen.

Erstattet wurde eine verwaltungsrechtliche Anzeige, also kein Strafverfahren vor Gericht, sondern ein Bussgeldverfahren nach dem spanischen Sportgesetz. Von einer strafrechtlichen Anzeige ist in den abgerufenen Berichten keine Rede.

Bis zu 60’000 Euro Busse möglich

Weil Camavinga nicht verletzt wurde und kein Schaden entstand, gilt eine Einstufung als schwerer Verstoss («infracción grave») als wahrscheinlich. Dafür sieht das Gesetz laut Libertad Digital und Sport Aragón eine Busse von 3’000 bis 60’000 Euro und ein Stadionverbot von sechs Monaten bis zwei Jahren vor. Würde der Fall als sehr schwer eingestuft, wären 60’001 bis 650’000 Euro und ein Verbot von zwei bis fünf Jahren möglich. Entschieden ist noch nichts. In der Überschrift von Defensa Central ist von 3’000 bis 6’000 Euro die Rede, im Text des Artikels von 3’000 bis 60’000 Euro.

Der FC Barcelona hat den Mann laut Libertad Digital vorsorglich mit einem Stadionverbot belegt und den Fall an seine Disziplinarkommission überwiesen. Sport Aragón beruft sich dabei auf Crónica Global.

Barça schliesst die Fantribüne

In einer offiziellen Mitteilung gab der FC Barcelona bekannt, die Aktivität der Grada Gol 1957 für das Ligaspiel gegen Alavés am Samstag, 31.10.2026, um 21:00 Uhr auszusetzen. Der Klub begründet dies mit mehreren Disziplinarverfahren, die gegen ihn und einzelne Mitglieder eröffnet wurden. Barcelona will sich mit den Gruppen der Tribüne treffen, Verpflichtungen vereinbaren und die Grada zum Spiel gegen Aston Villa wieder öffnen. Laut Goal heisst es in der Mitteilung, der Klub habe beschlossen, die Aktivität der Tribüne auszusetzen. Crónica Global nennt die betroffenen Gruppen: Almogàvers, Nostra Ensenya, Front 532 und Supporters Barça.

Weitere Täter gesucht

Die Mossos versuchen laut Sport Aragón weiterhin, die Personen zu identifizieren, die Gegenstände aufs Spielfeld geworfen haben. LaLiga hatte Flaschen, Dosen, Feuerzeuge und eine E-Zigarette aufgelistet; das Spiel war für 1 Minute und 20 Sekunden unterbrochen. Den Angriff auf Camavinga hat LaLiga an den Disziplinarausschuss des spanischen Verbands RFEF weitergeleitet, der über Sanktionen gegen den FC Barcelona entscheidet. Ein Entscheid lag bis Freitagmittag nicht vor.

Eine Reaktion von Real Madrid oder Camavinga auf die Identifizierung findet sich in den abgerufenen Berichten nicht.

Bisherige Entwicklung

28.10.2026, 11:26 Uhr LaLiga meldet 17 Vorfälle vom Clásico – Fan schlug Camavinga mit Fahne

LaLiga hat 17 Vorfälle aus dem Clásico an die Disziplinar- und Antigewaltgremien gemeldet. Darunter ist der Schlag eines Barça-Fans mit einer Fahne gegen Eduardo Camavinga.

Eduardo Camavinga im weissen Heimtrikot von Real Madrid am Ball

Der Clásico vom Sonntag, 25.10.2026, hat ein Nachspiel am grünen Tisch. LaLiga hat in ihrem wöchentlichen Bericht bis zu 17 Vorfälle aus dem Spotify Camp Nou gemeldet, wie Diario Las Américas berichtet: zehn gehen auf Anhänger des FC Barcelona zurück, sieben auf Fans von Real Madrid. Der schwerwiegendste betrifft Eduardo Camavinga, der beim Jubel über das Siegtor von einem Zuschauer mit einer Fahne getroffen wurde. Der Bericht ging an die staatliche Antigewaltkommission und an das Wettbewerbskomitee des spanischen Verbands RFEF, das Disziplinarorgan.

Der Angriff auf Camavinga

In der 87. Minute hatte Camavinga das 2:1 von Kylian Mbappé vorbereitet. Beim Jubel vor der Tribüne hinter dem Tor flogen laut Europa Press Gegenstände, mehrere Fahnen schlugen in Richtung des Franzosen; Denzel Dumfries zog ihn weg und forderte Ruhe. Laut OKDiario, das aus dem LaLiga-Bericht zitiert, traf ein Mitglied der Fangruppe Grada Gol 1957 im Sektor 23–24 der Südkurve Camavinga mit der Fahne am Kopf. Die Szene verbreitete sich rasch in den sozialen Netzwerken; LaLiga war laut Sports Illustrated über solche Videos darauf aufmerksam geworden.

Täter identifiziert

Laut Diario Las Américas ist der Fan identifiziert und erhält ein Stadionverbot; zusätzlich seien polizeiliche Schritte im Gespräch. LaLiga erklärte laut Europa Press, sie halte an ihrem Ziel fest, jede Form von Gewalt und Intoleranz aus dem spanischen Fussball zu verbannen. Real Madrid prüfte die Bilder laut Sports Illustrated am Montag und hätte bis Dienstag um 14:00 Uhr eine eigene Anzeige einreichen können; ob der Klub das getan hat, ist nicht bekannt. Am Verfahren würde eine Anzeige des Klubs laut dem Bericht nichts ändern.

Würfe und Gesänge

Der LaLiga-Bericht listet weitere Vorfälle auf. Beim 2:1 seien Flaschen, Dosen, Feuerzeuge und eine E-Zigarette auf die Real-Madrid-Spieler geworfen worden; getroffen worden sei laut OKDiario keiner. Aus den Sektoren 20 bis 24 und von der Grada Gol 1957 hätten Fans koordiniert Beleidigungen gegen Real Madrid, José Mourinho und Marc Cucurella gerufen. Den Ruf «Tritt drauf, tritt drauf» (übersetzt aus dem Spanischen) stuft der Bericht als Aufruf zur Gewalt ein. Auch aus dem Gästeblock meldete LaLiga Gesänge: Real-Madrid-Fans hätten mehrmals einen Spruch gegen Barcelona angestimmt.

Was nun folgt

Ob und wie der FC Barcelona bestraft wird, ist offen. Laut Sports Illustrated kann das Wettbewerbskomitee ein ausserordentliches Verfahren eröffnen und einen Instruktor einsetzen, der die Beweise prüft und einen Strafantrag stellt. Konkrete Strafen nennt keiner der Berichte. Bernabéu Digital griff die Meldung am Dienstagabend ebenfalls auf. Eine Stellungnahme des FC Barcelona oder von Camavinga lag bis Mittwochmittag nicht vor.

Sportlicher Rahmen

Real Madrid hatte den Clásico mit 2:1 gewonnen, beide Tore erzielte Mbappé. Camavinga war in der 80. Minute für Bernardo Silva eingewechselt worden; sieben Minuten später bereitete er das Siegtor vor. Real Madrid spielt als Nächstes am Sonntag, 01.11., bei Racing Santander.

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