Der Barcelona-Anhänger, der Eduardo Camavinga im Clásico mit einer Fahne geschlagen hat, ist identifiziert. Die katalanische Regionalpolizei Mossos d’Esquadra hat ihn ermittelt und eine Anzeige nach dem Sportgesetz erstattet, wie Libertad Digital und Defensa Central am Donnerstag, 29.10.2026, berichteten. Der FC Barcelona reagierte am selben Tag mit der Schliessung seiner Fantribüne Grada d’Animació Gol 1957 für das nächste Heimspiel.
Bisheriger Stand: LaLiga hatte in ihrem Bericht zum 2:1-Sieg von Real Madrid im Camp Nou 17 Vorfälle aufgeführt, darunter den Schlag gegen Camavinga.
Socio aus der Animationsgruppe
Beim Täter handelt es sich laut den Berichten um ein Vereinsmitglied (Socio) aus einer Animationsgruppe der Tribüne Gol 1957; sein Name wurde nicht veröffentlicht. Bei der Identifizierung halfen die Sicherheitsdienste des FC Barcelona mit den Aufnahmen der Stadionkameras. Der Vorfall ereignete sich in der 87. Minute im Bereich der Sektoren 23 und 24 der Südkurve, als die Madrilenen ihr zweites Tor feierten. Im Bericht von LaLiga heisst es, der Mann habe den Gastspieler Camavinga mit einer Fahne getroffen.
Erstattet wurde eine verwaltungsrechtliche Anzeige, also kein Strafverfahren vor Gericht, sondern ein Bussgeldverfahren nach dem spanischen Sportgesetz. Von einer strafrechtlichen Anzeige ist in den abgerufenen Berichten keine Rede.
Bis zu 60’000 Euro Busse möglich
Weil Camavinga nicht verletzt wurde und kein Schaden entstand, gilt eine Einstufung als schwerer Verstoss («infracción grave») als wahrscheinlich. Dafür sieht das Gesetz laut Libertad Digital und Sport Aragón eine Busse von 3’000 bis 60’000 Euro und ein Stadionverbot von sechs Monaten bis zwei Jahren vor. Würde der Fall als sehr schwer eingestuft, wären 60’001 bis 650’000 Euro und ein Verbot von zwei bis fünf Jahren möglich. Entschieden ist noch nichts. In der Überschrift von Defensa Central ist von 3’000 bis 6’000 Euro die Rede, im Text des Artikels von 3’000 bis 60’000 Euro.
Der FC Barcelona hat den Mann laut Libertad Digital vorsorglich mit einem Stadionverbot belegt und den Fall an seine Disziplinarkommission überwiesen. Sport Aragón beruft sich dabei auf Crónica Global.
Barça schliesst die Fantribüne
In einer offiziellen Mitteilung gab der FC Barcelona bekannt, die Aktivität der Grada Gol 1957 für das Ligaspiel gegen Alavés am Samstag, 31.10.2026, um 21:00 Uhr auszusetzen. Der Klub begründet dies mit mehreren Disziplinarverfahren, die gegen ihn und einzelne Mitglieder eröffnet wurden. Barcelona will sich mit den Gruppen der Tribüne treffen, Verpflichtungen vereinbaren und die Grada zum Spiel gegen Aston Villa wieder öffnen. Laut Goal heisst es in der Mitteilung, der Klub habe beschlossen, die Aktivität der Tribüne auszusetzen. Crónica Global nennt die betroffenen Gruppen: Almogàvers, Nostra Ensenya, Front 532 und Supporters Barça.
Weitere Täter gesucht
Die Mossos versuchen laut Sport Aragón weiterhin, die Personen zu identifizieren, die Gegenstände aufs Spielfeld geworfen haben. LaLiga hatte Flaschen, Dosen, Feuerzeuge und eine E-Zigarette aufgelistet; das Spiel war für 1 Minute und 20 Sekunden unterbrochen. Den Angriff auf Camavinga hat LaLiga an den Disziplinarausschuss des spanischen Verbands RFEF weitergeleitet, der über Sanktionen gegen den FC Barcelona entscheidet. Ein Entscheid lag bis Freitagmittag nicht vor.
Eine Reaktion von Real Madrid oder Camavinga auf die Identifizierung findet sich in den abgerufenen Berichten nicht.

