Real Madrids 3:0 in Santander hat eine Schiedsrichter-Debatte ausgelöst. Umstritten sind zwei Szenen: der Foulelfmeter, den Kylian Mbappé in der 11. Minute zum 0:1 verwandelte, und der Handelfmeter gegen Aurélien Tchouaméni in der 71. Minute, den Schiedsrichter José Luis Munuera Montero nach Ansicht der Videobilder zurücknahm. Seit Montag ist der Funkverkehr zur zweiten Szene öffentlich, Racing droht wegen eines Feuerzeugwurfs zudem eine Strafe.
Der Elfmeter zum 0:1
In der 11. Minute fiel Mbappé nach einem Kontakt mit Racing-Mittelfeldspieler Matteo Prati im Strafraum. Munuera entschied auf Elfmeter, der VAR griff nicht ein. EFE beschrieb den Kontakt in seinem Spielbericht als leicht. Die Barcelona-Zeitungen Sport und Mundo Deportivo gingen weiter: Sport titelte laut Goal mit einem «Skandal im Sardinero» (übersetzt aus dem Spanischen), Mundo Deportivo nannte den Pfiff lächerlich und schrieb, Prati habe Mbappé nur an der Brust gestreift.
Der frühere Schiedsrichter Eduardo Iturralde González sagte im Radioprogramm Carrusel Deportivo der Cadena SER laut Madrid Universal, richtig wäre ein Freistoss für Racing und eine Gelbe Karte für Mbappé wegen einer Schwalbe gewesen. Nach einem von Goal zitierten Bericht von Mundo Deportivo will das Technische Komitee der Schiedsrichter (CTA) die Szene an seiner nächsten Sitzung analysieren. Ein Ergebnis lag bis Montagmittag nicht vor; die Überschrift von Goal, das Komitee habe die Frage entschieden, deckt der Artikeltext nicht.
Die Hand von Tchouaméni
In der 71. Minute ging Tchouaméni im eigenen Strafraum in einen Zweikampf mit Prati, der Ball sprang ihm an die Hand. Munuera gab nach einem Hinweis seines Assistenten Elfmeter. Laut dem von OKDiario veröffentlichten Funkverkehr empfahl VAR-Schiedsrichter Milla Alvendiz eine Überprüfung mit der Begründung, Tchouaméni spiele zuerst absichtlich den Ball und treffe ihn danach mit der Hand. Nach der Ansicht am Bildschirm nahm Munuera den Elfmeter zurück und gab Racing-Trainer José Alberto noch eine Erklärung. Das Spiel lief mit Schiedsrichterball für den Torhüter weiter. Madrid Universal bestätigt die Abfolge.
Mourinho und José Alberto
Mourinho hielt die Rücknahme für richtig. Für ihn sei klar, dass es kein Elfmeter gewesen sei, sagte er laut Infobae, und fügte an, viele Leute würden die Regeln nicht kennen; Racing protestiere ohnehin bei jeder Szene. Mundo Deportivo ordnete seine Aussage zum schlafenden VAR dem Elfmeter zum 0:1 zu; laut Goal bezog sie sich aber auf die Proteste nach der Tchouaméni-Szene, so stehe sie auch im Protokoll des Klubs.
Racing-Trainer José Alberto sah es umgekehrt. Eine Berührung allein sei weder Foul noch Elfmeter, sagte er laut EFE, und ihn erstaune, dass der VAR den Elfmeter zum 0:1 nicht überprüft habe. Er warf den Schiedsrichtern vor, den Videobeweis falsch zu nutzen, und erinnerte daran, dass Mourinho früher angekündigt habe, Fehler zu seinen Gunsten offen anzusprechen.
Feuerzeug und Beleidigungen
Nach der Rücknahme des Elfmeters flog ein Feuerzeug auf den Platz, ein Teil des Publikums beleidigte Real Madrid in Sprechchören. Laut Defensa Central wartet man auf den Schiedsrichterbericht; es gebe Anzeichen für eine Strafe gegen Racing, entschieden sei aber nichts. Ob das Spiel deswegen unterbrochen wurde, geht aus den abgerufenen Berichten nicht hervor.
