Real Madrid · 20.10.2026

Laporta: «Keine Beziehung mehr» zu Real Madrid – Spott über Mbappé

Barcelona-Präsident Joan Laporta spricht in L’Équipe von einem Bruch mit Real Madrid und wirft dem Klub Glaubwürdigkeitsverlust vor. Mbappés Transfer bezeichnet er erneut als Fehler.

Joan Laporta, Präsident des FC Barcelona, im Porträt vor einer Wand mit Barcelona-Branding (2023)

Joan Laporta hat sechs Tage vor dem Clásico in Barcelona Real Madrid frontal angegriffen. In einem Interview mit der französischen Sportzeitung L’Équipe, das am Montag, 19.10., erschien, erklärte der Präsident des FC Barcelona die Beziehungen zwischen den beiden Klubs für beendet, warf Real Madrid einen Verlust an Glaubwürdigkeit vor und erneuerte seine Kritik am Transfer von Kylian Mbappé. Das Interview erschien am Vortag von Barcelonas Champions-League-Spiel bei Paris Saint-Germain.

«Eher eine Konfrontation»

Auf die Frage nach dem Verhältnis zu Real Madrid antwortete Laporta laut El Desmarque, es gebe keine Beziehung mehr, man könne eher von einer Konfrontation sprechen. Laut Europa Press (via Infobae) sagte er, Real Madrid habe «sowohl institutionell als auch sportlich» an Glaubwürdigkeit verloren (übersetzt aus dem Spanischen). Der Klub habe in den Institutionen keine Präsenz mehr, habe einen falschen Weg eingeschlagen und zahle nun die Folgen. Zudem habe Real Madrid teure Spieler verpflichtet, die nicht lieferten, und seit zwei Jahren nichts gewonnen; Barcelona dagegen gewinne und sei Kandidat auf alle Titel.

Der Fall Negreira

Auch den Fall Negreira um frühere Zahlungen des FC Barcelona sprach Laporta an. Laut Europa Press warf er Real Madrid vor, mit dem Thema von eigenen Problemen ablenken zu wollen; gegen Barcelona liege nichts vor. Laut Eurosport sagte er, Real Madrid lüge im Fall Negreira.

Erneut Spott über Mbappé

Laporta griff auch seine Aussage von 2024 wieder auf, als er Mbappés Wechsel nach Madrid kommentiert hatte. Laut Eurosport sagte er nun, mehr als ein Hahn in einem Hühnerstall könne nie funktionieren. Im Fussball habe die Mannschaft und der Teamgeist Vorrang; fehle dieser, funktioniere ein Projekt nicht. Eurosport ordnet die Aussage als Anspielung auf die Häufung von Stars wie Mbappé, Vinícius Júnior und Jude Bellingham ein. Mbappé hatte am Sonntag beim 4:1 gegen Sevilla zweimal getroffen und steht bei elf Pflichtspieltoren in elf Partien.

Hintergrund: Die Eskalation der letzten Wochen

Das Interview fällt in eine Phase, in der sich die Fronten zwischen Real Madrid, LaLiga und Barcelona verhärtet haben. Real Madrid hatte LaLiga-Präsident Javier Tebas nach dessen Goebbels-Vergleich zum Rücktritt aufgefordert. Beim Heimspiel gegen Sevilla am 18.10. richteten sich Transparente und Sprechchöre gegen Tebas, den Fall Negreira und Laporta; laut Goal skandierten Teile des Publikums sinngemäss, Laporta zahle weiter. Eine Reaktion von Real Madrid auf das L’Équipe-Interview lag bis Dienstagmittag nicht vor.

Der Clásico

Barcelona führt die Tabelle nach neun Spieltagen mit 27 Punkten an, Real Madrid ist mit 21 Punkten Dritter. Der Clásico findet am Sonntag, 25.10., um 21:00 Uhr in Barcelona statt. Real Madrid muss dort ohne den in der Liga gesperrten Vinícius Júnior antreten.

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